Ein Spaziergang durch das eiskalte Prenzlauer Berg

26.01.2018

Sich für ein Spaziergang zu verabreden, bei dem es darum geht, den anderen zu fotografieren, lässt in jedem Fall mehr Spannung aufkommen, als normale Verabredungen zum Spazierengehen. 

 

Es liegt schon ein kleiner Zauber inne, wenn man zusammen ins Unbekannte aufbricht.

Unbekanntes Fototerrain. 


An diesem Tag schien die Sonne gelegentlich. Es herrschte eine schöne Licht-Stimmung, die Luft war klar und es war klirrend kalt, aber das bemerkten wir nur am Rande. Im Gespräch zu sein und trotzdem die Augen für interessante Strukturen offen zu halten, das ist eine sehr angenehme Art, Fotos zu machen.  

Dann gibt es diese seltenen und herbeigesehnten Momente, in denen scheinbar alles stimmt. Der Blick auf das Kameradisplay versetzt mich in ein Hochgefühl. Licht stimmt, Farben stimmen und Motiv. Der orange VW-Bus mit seinen gelben Vorhängen war so ein Motiv. Wer liebt sie nicht. Ich war regelrecht enthusiastisch, nachdem wir dort einige Fotos gemacht hatten. Ein sehr guter Start, jetzt nicht nachlassen, dachte ich und gleichzeitig, jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Denn mein Lieblingsmotiv ist im Kasten. 

Bei solchen Fotoshootings, die ohne Druck passieren, lernt man neben dem Gegenüber auch sich selbst als Fotografin besser kennen. Auf was achte ich, wenn mir ein Ort ins Auge fällt. Was hebt sich für mich vom Üblichen ab? Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich das sein kann, was man selbst und der andere als schön oder besonders empfindet. 

Beim Fotografieren bin ich nicht unbedingt jemand für leere Räume im Bild. Mein Auge sucht eher das kuschelige warme und umschließende. Der Blick meiner Freundin ist ein anderer und so entstand das folgende Bild, dass ich ohne ihren Input nicht gemacht hätte.  

Und dann zog es mich zu der beschnittenen Hecke, die mir von weitem ins Auge fiel und ich fand das kuschelige und warme. Ich liebe es, wenn der Hintergrund mein Model so umschließt und sich im richtigen Licht weich und auslaufend präsentiert. Wieder ein Träumchen auf meinem Kameradisplay.

Wir fanden noch so einige Spots auf unserer kleinen Schatzsuche. Für mich blieben diese ersten beiden Orte jedoch die Favoriten. So ein Spaziergang geleitet durch den Augenblick fühlt sich ganz leicht an und beflügelt. Beflügelt die Kreativität und setzt Energie frei für neue Ideen und diese umzusetzen. 

 

Es ist meine Lieblingsform Fotos zu machen. Die Portraits, die dabei entstehen sind immer nah dran und spiegeln den Menschen wieder, wie er ist. Zumindest ein Stück von ihm.

 

Am Ende dieses Tages hatten wir eiskalte Hände, dafür gibt es Kaffee beim Bäcker und ich einen Sack voller Bilder. Diese nach Hause zu tragen, ist eines der schönsten Dinge, die ich kenne.

Ich danke Euch vielmals fürs Lesen und Anschauen! Allerliebste Grüße und bis zum nächsten Eintrag!